Turbo-Inflation in China und USA – Eindrücke vom IWF-Meeting – KI-Sektor an der Klippe? – Groß-Investoren verlassen das Schiff – WARNUNG: potenzielle Energie-Krise im Winter 2026/27
Liebe Leser,
wie erwartet beginnt im 4.Quartal, dass sich die „Spreu vom Weizen“ trennt. Die Tech-Werte im Nasdaq geben nach, während die eher konventionellen Unternehmen mit ihren Geschäftsmodellen Zuspruch erhalten. Der Nasdaq hat die Marke von 30.000 Punkten unterschritten. Dagegen legt der Dow Jones zu. Und somit hält sich auch der deutsche Index DAX stabil über der 25.000 Punktemarke. Long Story Short: In dieser Woche sind außer dem Beginn der Berichtssaison auch die Konjunktur-Daten ein wichtiges Barometer für die Aktienmärkte. Bereits am Mittwoch habe ich über die zwar starke Handelsbilanz in China berichtet, die aber von einer 5%-igen Inflation überschattet war. In den USA ist am Donnerstag der PPI (Erzeugerpreis-Index) zumindest entgegen den Markt-Erwartungen überraschend stark um 1,3% gegenüber dem letzten Monat gestiegen. Schätzungen lagen bei „nur“ 0,5%. Gegenüber dem Vorjahr ist es eine EXPLOSION um 6,3%! Das ist ebenfalls ein klares Zeichen für eine erhebliche Preissteigerung. Die „Sprit-Preise“ schießen durch die Decke und langsam bewegen wir uns in den Herbst hinein. Eine Energie-Krise, die vor uns steht? Ich warne vor diesem Szenario schon seit Monaten. Und hierfür, liebe Leser, muss man kein Genie sein.
Das Wunder der Künstlichen Intelligenz war der Motor für die Börse in den letzten Monaten. Doch die Gefahren-Zulagen im Corporate-Anleihen Markt nehmen zu und somit wird die Refinanzierung für Unternehmen wie Oracle und Co immer teurer. Durch die steigenden Preise nimmt auch der Druck auf die Zentralbanken zu. Wie im „Mittwoch-Update“ schon berichtet, war ich zu Wochenbeginn selbst in Bangkok zum IWF-Meeting vor Ort und habe einige Stimmen einfangen können. Ich gebe einen kleinen Überblick, der zwar nicht groß überrascht, aber trotzdem die Energie etwas näher vom Geschehen auf die Bildschirme übertragen soll. – Meine „Standard-Frage“ war: „How important is the CBDC in the IMF-Meeting?“ (Wie wichtig ist das Thema Digitales Zentralbank-Geld im IWF-Treffen?). Je nach Situation und Umfeld sind die Antworten unterschiedlich ausgefallen. Eine interessante Antwort war: „Es gibt sehr viele unterschiedliche Ausschüsse und Meeting-Säle im IWF und CBDCs sind ein sehr zentrales Thema“. Andere wiederum haben sich bei diesem Thema sehr bedacht zurückhaltend verhalten. Bei der Frage, ob man in diesem Jahr ein globaler Energie-Lockdown droht, sind nur noch die Augen gerollt. Dabei hat mir eine Dame nur zugezwinkert. Nun, diese Gestik kann man unterschiedlich interpretieren.
Das Kernthema bleibt der Aktienmarkt, welcher durch die Konjunktur-Daten, Big Player der Künstlichen Intelligenz und Anleihen-Preise (Kapitalmarktzinsen) begleitet wird. Es ist wirklich ein außergewöhnliches „Zick-Zack-Spiel“, das hier abläuft. Denn auch Gold hat sich trotz der hohen Konsumenten-Preis-Entwicklung stabil gehalten. Die Stimmen zwischen KI-Boom und Gefahren bauen eine Spannung auf. Die Lager verhärten sich. Kommen die Mega-IPOs in diesem Jahr, oder geht die Liquidität aus? Was passiert, wenn diese KI-Träume platzen? Knallt es dann im Chip-Sektor? Alles Fragen, die man sich stellen muss. Und eine Antwort erhält man erst am Tag X! Aber eines ist klar: die neuen Schulden übersteigen selbst die Umsätze (ich spreche nicht von Gewinnen) um ein Vielfaches! Deshalb ist die Frage, ob und wann eines Tages das Geld für neue Investitionen ausgeht, durchaus gerechtfertigt.
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