Zinsen und Liquidität steigen – Goldpreis und Aktien steigen – USA im Schuldensumpf – Energie-Speicher bleiben vor dem Herbst sehr knapp – Querelen im KI-Sektor bei den Big Playern
Liebe Leser,
die Zinsentscheidung der US-amerikanischen Zentralbank FED war mit dem Anstieg von 0,25% erwartet und wird voraussichtlich um dieselbe Quote noch in diesem Jahr fortgesetzt. Die Prognose für eine Zinserhöhung in diesem Jahr habe ich schon im letzten Jahr entgegen der Masse von Hochhaus-Experten klar ausgesprochen. Die Aktienmärkte waren nicht großartig überrascht und somit die Reaktion auch gelassen. In der letzten Ausgabe habe ich meine Prognose zu einem steigenden Gold-Preis abgegeben. Ja, Zinsen hin oder her: es geht um die Liquidität. Und die hohe Verschuldung in den USA von über 40 Billionen US Dollar – bei einem Aktienmarkt, der weit über 200% vom US-amerikanischen Brutto-Inlands-Produkt steht – muss die Zentralbank weitere Liquidität ins Feuer gießen. Das war meine Befürchtung und somit stiegen nach der Zinsentscheidung sowohl die Aktien, als auch die Edelmetalle.
Auf der Unternehmens- und Sektorenseite sieht es auf dem Endspurt vom 3.Quartal (Abschluss ist der 30.September) eher langweilig aus. Es gibt natürlich immer Einzelwerte, die vor Neuigkeiten große Ausschläge verbuchen. Jedoch ist auf der breiten Fläche wenig an konkreten Trends zu erkennen. Selbst in dem Sektor der Künstlichen Intelligenz wird es nach der Gefahren-Orgie der großen Player wie Anthropic etwas ruhiger. Doch der Börsengang soll durchgezogen werden. Die neue Version von OpenAI (Chat GPT) und auch Deepseek haben weitere Meilensteine in der Entwicklung gezeigt. Doch kommen die Investitionen auch zurück? Nun, woher will man es wissen? Der Wettlauf um die Vormachtstellung ist in vollem Gang und ich davon überzeugt, dass es den Ein oder Anderen Player vom Markt spülen wird. Dies hätte dann auch Folgen für entsprechende Private-Debt Player, die den ganzen Spuk mit Billionen US Dollar füttern. Also höchste Eisenbahn für die FED, um weitere Liquidität in den Markt zu spülen. So zumindest betrachte ich von außen die Situation.
Meine Vermutung der Liquiditäts-Rakete begründet sich mit dem breiten Anstieg nahezu aller Asset-Klassen. Alles steigt! Gold lag am Donnerstag sogar mit 2,5% im Plus. Also eine Outperformance zum DAX, der zum selben Zeitpunkt bei +1% stand. Brent Oil hat sich etwas korrigiert und dies ist der nächste Grund für die Aktienmärkte, um wieder an Fahrt aufzunehmen. Allerdings steigen die Preise der raffinierten Produkte wie Diesel weiter. Diesmal kann man getrost das Unwort der Börse sagen: „Diesmal ist alles anders“. Doch ist es wirklich so anders? Nein, es ist nur besonders, dass die frische Geldflut parallel in alle Vermögensklassen fließt. Das ist ein Wahnsinn – denn es unterstreicht meine Prognose des Werteverlusts von „FIAT-Geld“.
Was die Kapitalmärkte allerdings überhaupt nicht auf dem Schirm haben, liebe Leser ist: die Energie-Speicher sind auf einem sehr niedrigen Stand und im Oktober steigt logischerweise der Verbrauch, wohingegen die Lieferketten immer schwächer werden und die großen Raffinerien nicht produzieren, sondern in die Luft fliegen. Also das 4.Quartal wird spannend. Eigentlich ist der September schon ein Monat der Vor-Sorge, weil man aus dem Urlaub mit kühlem bzw. klaren Kopf ins Finanz-Casino zurückkommt. Es zeigt an dieser Stelle die Unfähigkeit der automatisierten Handelssysteme, welche aktuell die komplexen Zusammenhänge noch nicht erkennen. So ist zumindest meine Wahrnehmung. Vielleicht habe ich zu heiß gebadet? Spaß beiseite: Es wird ernst und es wird vor allem die Konsumenten / Verbraucher treffen. Mit einer bestimmten Zeitverzögerung kommt dies auch bei den Konzernen an.
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