Kapriolen an Börsen – Südkorea kurzzeitig 2-stellig im Minus


Kapriolen an Börsen – Südkorea kurzzeitig 2-stellig im Minus – Ölpreis (Brent) knackt 85 USD – KI Unternehmen vor Börsengang – Deutsche Marken verlieren an Bedeutung – China Autos gefragt

Liebe Leser,

ein großes Durcheinander ist seit dem Angriff auf den Iran und so mit dem Kriegsbeginn entstanden. Mir kam der Montag an den Aktienmärkten wie eine „Schock-Starre“ vor. Die US-Märkte (S&P 500) schlossen sogar im Plus. Dagegen hat am Mittwoch der südkoreanische Kospi ein Desaster erreicht. Minus 12% an einem Tag, folgte auf den Dienstag mit minus 6%. Am Mittwoch startete dagegen der deutsche DAX – trotz Ölpreis-Explosion – um bis zu 1,5% nach oben durch. Einer freut sich: der deutsche Staat, weil er durch die zahlreichen Steuern auf Steuern kräftig bei einer Preiserhöhung beim Öl abkassiert.
 
Ich halte mich aus Spekulationen über die tatsächlichen Gründe für den Kriegsbeginn zurück. Es nervt ohnehin, dass mittlerweile sehr viele wie beim Fußball den Trainer spielen wollen. Wir können nicht hinter die Kulissen blicken – also ich zumindest habe nicht die entscheidenden Kontakte. Die Börse ist einfach notorisch optimistisch, bis die Realität den Wahnsinn einholt. Und hier spreche ich vor allem die westlichen Börsen an. Das Thema „Branding / Marken“ kippt gerade. Beiersdorf mit Nivea oder Adidas mit seinen Klamotten (man kann auch langfristig LVMH aus Frankreich nehmen) sind ähnlich wie BMW, VW oder Mercedes in ein paar Jahren in den BRICS+ Staaten weggefegt. Da spielen mittlerweile andere Marken die wesentliche Rolle. Ich verweise nur auf BYD, die jetzt einen neuen Motor vorgestellt haben. Ich lebe bekanntlich in Asien – was hier mittlerweile für Autos herum flitzen sind neue chinesische Modelle und auch Anbieter, die häufig überhaupt nicht an der Börse gekauft werden können. Also für mich ist Europa LEIDER ein Auslauf-Modell – sowohl was die Geschäfts-Moral, als auch die Geschwindigkeit / Zielstrebigkeit und Entwicklung betrifft.
 
Also was soll ich sagen? Wahrscheinlich kommt jetzt die typische „Verarschung“ mit „Friedensgespräche“. Daraufhin springen die Aktien wieder an. Dann werden zunächst in der Hintertür die Erwartungen gesenkt, auf das diese Unternehmen dann im April für das 1.Quartal die Erwartungen natürlich übertreffen. Doch unter dem Strich werden die Bewertungen einfach teurer. Die asiatischen Märkte (Südkorea und Japan) haben den Schmerz schon erkannt. Diese Abkopplung gegenüber dem Westen kann nicht ewig gut gehen. Vielleicht sollte man jetzt Aktien von Samsung oder SK Hynix aufsammeln? Das sollte jedem selbst überlassen bleiben, weil es einfach ein schneller Übertreibungs-Trade sein könnte.
 
Was passiert mit der Inflation und Auswirkung auf die Zinsentscheidung? Es hängt jetzt tatsächlich von der Intensität und Länge des Nah-Ost-Krieges ab. Ich erinnere an dieser Stelle nochmals an die Lieferketten-Katastrophe während Covid und der Verstopfung des Suez-Kanals durch einen Frachter. Heute sehe ich die Lieferketten-Problematik ähnlich, oder sogar noch ausweitend, sobald islamische Rebellen im Suez-Kanal Piraterie einführen. Dann hätten wir gleich 2 zentrale See-Straßen, die für den Handel essentiell sind. Die Preise würden weiter steigen und somit hätten die Zentralbanken tatsächlich Schwierigkeiten eine Zinssenkung durchzudrücken. Die Zentralbanken haben sich ohnehin seit 2020 in eine aussichtslose Lage geschossen. Wirtschaft muss angekurbelt werden – jedoch auch die Preissteigerung (Inflation) kontrollieren. Das ist ein Widerspruch in sich selbst. Also muss man eine Seite opfern. Welche es sein wird? – Wir werden es sehen. Aber klar ist, dass eine Seite auf der Strecke bleibt und somit automatisch ein großes Problem auf uns zurollt. Das ist leider ausweglos.


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Was wir auf jeden Fall sehen ist die Geschwindigkeit, wie Themen wechseln. Auf der KI-Ebene geht es zwar heiter weiter, aber der Iran überschattet die Schlagzeilen. Eine ganze Reihe von KI-Unternehmen bereiten sich auf den Börsengang vor. Ich selbst teste mit Freunden ständig die neuen Tools von verschiedenen Anbietern. Wow, es ist eine ganz eigene Industrie erwachsen, die man tatsächlich mit einer modernen Anwendung für ganze KI-Abteilungen in Unternehmen verwenden kann. Es ist ein ganz neuer Wirtschaftszweig, der mich erstaunt und auch Spaß macht. Wer sich gegen eine Welle stemmt, wird umgehauen. Wer die Welle reitet, ist ein Surfer. Ich empfehle die zweite Option, weil man dadurch mit Spaß einfacher weiterkommt.
 
Wie geht’s an den Börsen weiter?
 
„In der nächsten Woche erreichen uns wieder die monatlichen Konjunktur-Daten. Doch ich sehe das Thema Iran/Israel/USA als den wichtigsten Faktor.“ Dies habe ich in der letzten Woche geschrieben. Der Krieg bleibt natürlich jetzt das Kernthema. Wie gesagt: spekulieren kann man und soll jedem selbst überlassen sein. Die Volatilität ist sehr hoch und eine Änderung erwarte ich nicht. Es bleibt also spannend und ich freue mich jetzt schon auf die nächste Woche.

Ich wünsche ein tolles Wochenende!

Ihr
Rainer Hahn
Chefredakteur

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