Gold & Silber nicht zu bremsen – Intel versemmelt Ausblick


Gold & Silber nicht zu bremsen – Intel versemmelt Ausblick – Nächste Woche Zahlen von BIG-Tech – KI-Sektor auf Schleuderkurs mit OpenAI – BASF leidet unter Gewinn-Rückgang

Liebe Leser,

vor wenigen Monaten war noch das Motto: „Buy the Dip“ – heute kommt es mir vor, als hätten wir „Sell the Top“. Das Top-Thema der Woche war nicht nur Grönland, nachdem Venezuela schon wie ein „Alter Hase“ nach 2 Wochen ausschaut, sondern vor allem der große Auftritt internationaler Akteure aus Politik, Banken und Konzernen in Davos. Die Schlagzeilen sind gigantisch! Hätte ich eine Zeitreise in die 1980er Jahre, dann wären die News von einer Woche in 2026 mehr als 1987 im ganzen Jahr. Als ich im Jahr 1999 mit meiner Finanz-Plattform EMFIS.com als international agierender Finanz-Journalist begann, war vor allem die Dot.com-Blase und der Übergang in den Euro sowie der Markt-Öffnung des chinesischen Aktienmarkts über Hongkong das große Event. Heute sind die Karten neu gemischt und die Geschwindigkeit der „Neuen Weltordnung“ ist rasant – manchmal wird es mir schon schwindelig.
 
Schwindelig sieht es auch beim Gold- und Silber-Markt aus. Wer (hoffentlich) Mitglied im www.SWISSMONDAY.de ist, darf sich über Kursgewinne von teilweise über 300% freuen. Das Rohstoff-Thema ist längst nicht in der Nähe einer Rally-Wende. Dagegen läuft es bei den Tech-Werten eher schlecht. Und hier stimmt langsam meine Befürchtung des „Sell the Top“. Apple, Nvidia, Amazon, Tesla – teilweise tiefrot. Auch Netflix ist am Mittwoch nachbörslich nach den starken Zahlen unter Druck gekommen. Die krassen Erwartungen können einfach nicht mehr befriedigt werden. Sehr viele Anleger sitzen auf hohen Gewinnen und dann kommt die alt bekannte Devise: „den letzten beißen die Hunde“. Deshalb kann ich mir durchaus eine weitere Welle von Gewinnmitnahmen vorstellen.
 
In der nächsten Woche bleibt es mit den Ergebnissen der Jahresbilanzen spannend. Außer General Motors, Caterpillar, Exxon Mobil, Thyssen stehen die Zahlen von ASML, IBM, Microsoft, Tesla, Amazon und Apple an. Vor allem im KI-Sektor liegen bei einigen Anbietern die Nerven blank. OpenAI (ChatGPT) verliert gegenüber Geminin und anderen New-Comern Marktanteile. Dramatisch für OpenAI ist der extrem hohe Investitionsbedarf und parallel sind die Umsatz- Gewinne- und Margen-Erwartung eher begrenzt. Somit wird die Bewertungsfrage gestellt. Denn OpenAI plant auch den Börsengang. Daneben nimmt die IPO-Lawine chinesischer KI-Unternehmen zu. Es ist also ein großer Wettkampf um den künftigen Champion.
 
Die Berichtssaison ist in vollem Gange. Auch im Tech-Bereich hat Intel den Auftakt gemacht und beim Ausblick enttäuscht. Bei steigendem Umsatz sind die Gewinne schwächer ausgefallen. Die Intel-Aktie musste einige Prozente abgeben. In Deutschland hat die BASF ihre Zahlen vorgelegt und einen höheren Gewinn-Rückgang ausgewiesen, als erwartet. Bei den europäischen Automobil-Werten gab es eine Achterbahn-Fahrt. Nach der Ankündigung von Trump die Strafzölle wegen Grönland zu erhöhen, ging es bergab. Dann kam der Trump-Auftritt in Davos und schließlich die Ankündigung, dass doch keine Zölle erhöht werden. Ein heiteres Durcheinander, das wirklich EXTREM nervt. Gerne kann jeder in der freien Wirtschaft verhandeln wie er will. Aber wenn es ganze Märkte beeinflusst, dann ist es schon ein direkter Eingriff. Nun, die Auto-Aktien explodierten schließlich nach dem Rückzug.
 
Jetzt komme ich nochmals auf das Thema Edelmetalle. Schauen Sie sich einfach die Charts an. Unter anderem von Cia Minas Buenaventura, Kinross Gold, First Majestic Silver. Dies ist ein kleiner Ausschnitt aus dem Portfolio vom konservativen Depot im www.SWISSMONDAY.de. Wohin laufen die Kurse noch? Ist es eine typische Fahnenstange und bricht der Kurs danach wie die Deutsche Telekom oder Cisco System im Jahr 2000 / 2001 zusammen? Nun, ich rechne hier einfach anders: die Währungen leiden unter der Liquiditäts-Ausweitung. Die Staaten brauchen mehr Geld, um allein die Zinsen ihrer steigenden Schulden zu begleichen. Es ist eine Exponential-Kurve, die immer steiler nach oben geht. Somit ist der Ursprung des Gold- und Silber-Preises die Exponential-Kurve der Geldmengen-Ausweitung. Deshalb wird dieser Trend weitergehen und ich keinesfalls eine Übertreibung von den Edelmetall-Kursen, sondern lediglich ein Abbild des Zerfalls der FIAT-Währungen. Und jetzt kommt der Knaller: die Finanzierung der US-Anleihen wird immer mehr gefährdet. Das hatte ich bereits im www.SWISSMONDAY.de erklärt und wir laufen jetzt genau in diese Falle!.


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Die kommende Woche wird vor allem die Tech-Werte durchwirbeln. Die Erwartungen sind hoch. Können die Erwartungen erfüllt werden? – oder kommen Enttäuschungen? – und vor allem: wie steht es um den Ausblick der Big-Player? Also es wird eine heiße Woche. Auch auf der internationalen Bühne der Geopolitik kann es zu neuen Überraschungen (in jegliche Richtung) kommen. Von Langeweile ist nicht zu sprechen und freue mich schon auf einen heißen Ritt. – Für einige wahrscheinlich bereits ein Ritt auf der Rasierklinge. Hoffentlich sind wir nicht dieser Klinge, und deshalb lohnt sich immer der www.SWISSMONDAY.de, der einen langfristigen Blick auf die Märkte bietet.

Ich wünsche ein tolles Wochenende!

Ihr
Rainer Hahn
Chefredakteur

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